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Interdisziplinäres Tutorium zur ethnografischen Internetforschung

Soziale Medien sind für studentische Forschung verschiedener Disziplinen relevant. Jeden Tag treffen wir im Internet auf faszinierende, bizarre und banale Phänomene, die sich nicht von selbst erklären. Es ist einfach, sich über TikTok-Stars, Dating-Coaches oder Produktivitätsfanatiker:innen auf gängigen Plattformen wahlweise zu amüsieren oder aufzuregen. Komplexer ist es, sie als Ausdruck gegenwärtiger Alltagskultur zu verstehen und kritisch zu analysieren. Hierfür soll das Projekt Raum schaffen.

Nach einer gemeinsamen Aneignung von Grundlagen zum Begriff der Postmoderne möchten wir verschiedene Charaktere in den Blick nehmen und ihre Eigenschaften diskutieren. Dabei orientieren wir uns am Buch „Das Personal der Postmoderne“ (Frei/Mangold, 2015), in dem Figuren wie „der Programmierer“, „die Cyborg“ oder „die Globalisierungskritiker_in“ beschrieben werden. Mit seinem offenen und spielerischen Blick auf reale Rollenbilder umgeht das Buch klischeehaftes Schubladendenken. So wie hier durch die Versammlung gängiger postmoderner Stereotypen ein vielfältiges Bild der Epoche gezeichnet wird, möchten wir den Ansatz weiterdenken und im Projekt eigene Beispiele finden.

Die Lektüre von gezielt ausgewählten Texten soll dabei aufgelockert werden, indem wir uns zusammen Videos oder Social Media Seiten anschauen. Dadurch wird nicht nur der Aufwand für Teilnahme realistisch gehalten (volle Wochen kennen wir nur zu gut), sondern wir lernen nebenbei auch noch etwas über die Methodologie der ethnografischen Internetforschung. Themenschwerpunkte können wir je nach Interesse flexibel setzen. Zum Mitmachen braucht es keine Vorkenntnisse – alle Interessierten sind herzlich willkommen!      

Erstes Treffen: 21.04.2021 um 16-18 Uhr (via Zoom).     
Kontakt: s5919751@stud.uni-frankfurt.de