Kategorien
FB 03

Nietzsche – Ein Gesellschaftstheoretiker der (Post-)Moderne?

Warum Nietzsche?! Der Philosoph Friedrich Nietzsche gilt gemeinhin als umstrittener Denker, gegen den zuweilen der Vorwurf erhoben wird, mit seiner Forderung nach einem „Übermenschen“ zur Formulierung (proto-)faschistischer Ideologien beigetragen zu haben. Innerhalb der zeitgenössischen deutschsprachigen Gesellschaftstheorie begegnet einem selten eine explizite Bezugnahme auf Nietzsche, auch wenn sich namhafte Gesellschaftstheoretiker:innen wie Weber, Adorno und Foucault immer wieder auf seine Schriften beziehen. Vermittelt über seine französische Rezeptionsgeschichte des 20. Jahrhunderts, vornehmlich über Foucaults Nietzsche-Lektüre, sind seine theoretischen Ansätze in der zeitgenössischen Gesellschaftstheorie stets implizit präsent. Und was bringt uns dann jetzt noch eine (Re-)Lektüre seiner Werke? In diesem Autonomen Tutorium soll versucht werden, sich, ausgehend von dieser Frage und unter kritischer Berücksichtigung seiner zumindest auch reaktionären Rezeptionsgeschichte, Nietzsches Potential für die Analyse (post-)moderner Gesellschaften zu erschließen. Dafür sollen zum einen verschiedene Texte von Nietzsche selbst gelesen werden, zum anderen soll sich näher mit seiner (französischen) Rezeptionsgeschichte auseinandergesetzt werden, um herauszuarbeiten, wie stark Nietzsches Einfluss auf unser Verständnis von Gesellschaft, die Konzeption von Erkenntnis, Macht und Subjekt ist und welche weiteren Anschlüsse sich anbieten. Auf was sich der Schwerpunkt der Auseinandersetzung letztendlich fokussieren wird, ist offen für die Dynamik des Autonomen Tutoriums und die Interessen der Teilnehmenden.

Erstes Treffen: Montag 19.04.2021, 16:00-18:00 Uhr

Kontakt: Clara (becker.clara@posteo.de)