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FB 08

Ökonomie und Gabe im späten Denken Jacques Derridas

Das Tutorium führt entlang des Motivs des Anökonomischen in das späte Denken Jacques Derridas ein. Die zentrale Frage lautet dabei: Wie kann die Möglichkeit eines Anökonomischen, d. h. eines der tauschförmigen Ökonomie radikal Heterogenen gedacht werden? Zur Bearbeitung dieser Frage soll erstens ein grundlegendes Verständnis von Derridas Begriff symbolischer Ökonomie gewonnen werden. Dieses ermöglicht es zweitens, die Tragweite der mit dem Anökonomischen verbundenen philosophischen Probleme herauszustellen. Drittens kann die Struktur des Anökonomischen anhand unterschiedlicher, in späten Texten Derridas stets wiederkehrender Modelle (zu Denken wäre u. a. an Ereignis, Entscheidung, Erfindung, Vergebung, Gerechtigkeit und Gastfreundschaft) durchdacht werden. Die Auswahl und Schwerpunktsetzung der Modelle richtet sich nach den Interessen der Teilnehmenden. Zuletzt könnte viertens der Frage nachgegangen werden, in welchem Verhältnis die behandelten späten Überlegungen zu Motiven früherer Texte Derridas stehen.

     Im Tutorium soll durch sorgfältige Lektüre und Diskussion von Primärtexten dem Vorurteil entgegengewirkt werden, Derridas Denken sei unverständlich und obskur. Vorwissen wird hierzu nicht erfordert – besonders Studierende ohne Vorkenntnisse sind herzlich dazu eingeladen, Derrida als zugänglichen Denker kennenzulernen. Sollten sich bei der Textlektüre Schwierigkeiten ergeben, können unterstützend Texteinführungen, ausgewählte Sekundärtexte und nach Bedarf auch einführende Präsentationen bereitgestellt werden. Die Sitzungen werden über Zoom stattfinden. Das genaue inhaltliche Vorgehen und die Terminierung der weiteren Sitzungen wird in der ersten Sitzung mit den Teilnehmenden festgelegt.

Erstes Treffen: Dienstag, den 20.04.2021 um 16 c.t. per Zoom. Anmeldung (zum Erhalt des Zoom-Links)
Kontakt: beer.albers@stud.uni-frankfurt.de.