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HARP: Vorlesung „Philosophische Kritik der Corona-Politik“

Mit Prof. Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann, Univ. München

Die Vorlesung beleuchtet die aktuellen Geschehnisse rings um die Corona-Politik aus philosophischer Perspektive. Dabei greift sie primär auf die Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts zurück, vor allem auf den Existentialismus, den Poststrukturalismus und den Neomarxismus. Die Vorlesung bemüht sich um Verständlichkeit und führt daher auch in diese Philosophien en passant ein. Aber sie geht natürlich auch auf Theorien ein, die man zur Verteidigung der Corona-Politik anführen kann, also vor allem auf das Politik-Verständnis des Kronjuristen der Nazis Carl Schmitt, auf den Verteidiger der US-Politik Leo Strauss und auf den Anthropologen Arnold Gehlen, der den Menschen für herrschaftsbedürftig hält und dabei Züchtungsphantasien entwickelt. Im Vordergrund der Kritik an der Corona-Politik stehen Ausnahmezustand, die Aufhebung der Menschenrechte, die Entmündigung der Bürger im Besonderen und im Allgemeinen die Medizinisierung moderner Gesellschaften, die in eine globale Hospitalisierung führt. Nach dem US-Philosophen Michael Walzer hat die Medizin die mittelalterliche Rolle der Religion übernommen, geht es heute statt um das Seelen-, um das Körperheil. Wie die Corona-Politik vorführt, ist die Gefahr für Menschenrechte und Menschenwürde nicht mehr so sehr der globale Kapitalismus als vielmehr die globale Medizin.

Man kann sich live auf Youtube zuschalten und per Chat fragen stellen. Die entsprechenden Links und das vollständige Programm finden sich auf harp.tf. Die Vorlesungen werden auch auf Youtube aufgezeichnet.

Termine: 14. April bis 14. Juli, mittwochs 20:15 Uhr bis 21:45 Uhr

Kontakt: Per Anmeldung an harp@riseup.net kann man auch über Jitsi teilnehmen.