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FB 08

Fluch oder Segen? – Feministische Debatten um Reproduktionstechnologien

Die Gestaltung von Reproduktion ist ein Kernthema von feministischen Auseinandersetzungen, die sich im Konfliktfeld zwischen staatlicher Bevölkerungspolitik, patriarchaler Kontrolle und weiblicher Selbstbestimmung bewegen. Bis heute werden permanent neue technologische Möglichkeiten zur Begleitung, Optimierung und Kontrolle von Reproduktion entwickelt. Dazu gehören nicht nur verschiedene Vorgänge der Befruchtung, sondern auch die technologisierte Begleitung der Schwangerschaft sowie schließlich der Geburt.

Diese Entwicklungen lös(t)en – gerade in feministischen Diskursen – zahlreiche Debatten aus: Auf der einen Seite wird argumentiert, dass Reproduktionstechnologien eine Befreiung von patriarchalen Strukturen ermöglichen können. Auf der anderen Seite wird in den Technologien das Potential einer Verstärkung ebendieser Machtstrukturen und der Ausbeutung weiblicher Körper erkannt.

Im ersten Block des AT stehen die Positionen von Theoretikerinnen und Aktivistinnen der zweiten Welle der Frauenbewegung im Fokus: In diesem Teil wollen wir untersuchen welches Verständnis von Natur und Technik den Theorien jeweils vorausgeht und die Relevanz für heutige Debatten diskutieren. Im zweiten Block sollen dann aktuelle (queer-)feministische Debatten um Reproduktionstechnologien im Vordergrund stehen und zu den zuvor besprochenen Positionen in Bezug gesetzt werden.

Es sollen u.a. Texte von S. Firestone, M. Mies, G. Corea, H. Hester, U. Kalender. C. Waldby und M. Cooper gelesen werden.

Das AT soll an zwei Blockterminen (online oder in Präsenz) im November und Dezember stattfinden, die in einer konstituierenden Sitzung (online) am 28.10. um 15 Uhr gemeinsam beschlossen werden. Meldet euch bitte für die Zugangsdaten per Mail: jola.vollmer@posteo.de