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TVStud jetzt! Den Weg in die Uni für alle erkämpfen.

Seit Jahren behauptet das Präsidium der Goethe Universität, dass studentische Beschäftigte keinen eigenen Tarifvertrag brauchen. Es verweist auf die sog. Selbstverpflichtung – die selbst aus Kämpfen studentischer Beschäftigter entstanden ist! – und auf die Vorteile der aktuellen Regelung: Flexibilität, Flexibilität und: Flexibilität! Für uns studentische Hilfskräfte bedeutet das allerdings Vertragslaufzeiten von maximal sechs Monaten, Ungewissheit über diesen Zeitraum hinaus und eine Bezahlung, die kaum für ein Zimmer in Frankfurt reicht. Eine Beschäftigung an der Uni – nur was für Studis mit Kohle? 

Nach dem Bachelorabschluss werden wir oft durch Mitstudierende ohne Abschluss ersetzt oder mit der Begründung, dass unsere neue Einstufung zu teuer ist, mit derselben Bezahlung weiter beschäftigt. Die neoliberale Uni: Ein Ort, der uns auf Konkurrenz statt Solidarität vorbereitet und uns dazu zwingt, miese Bezahlung in Kauf zu nehmen, um unseren Job zu behalten. Und Mitbestimmung im Personalrat? Schutz und Sensibilisierung durch regelmäßige betriebliche Fortbildungen zu geschlechtsspezifischer Gewalt? Fehlanzeige! Wir sollen darauf vertrauen, dass unsere Vorgesetzten uns gut behandeln – sonst machen den Job eben andere. Unsere Beschäftigung findet außerdem zunehmend im Bereich der Verwaltung statt. So halten studentische Beschäftigte die Uni derzeit u.a. mit der Organisation digitaler Veranstaltungen und Bibliotheksöffnungen am Laufen. Dass Stellen in der Verwaltung eigentlich anders, nämlich bereits jetzt nach Tarif bezahlt werden müssten und zudem nicht direkt auf eine akademische Karriere vorbereiten, wird dabei meistens verschwiegen.

Das Ergebnis: Nur wer es sich leisten kann, ungewisse Arbeitsbedingungen, unzureichende Bezahlung und im Zweifelsfall Schlechterbehandlung hinzunehmen, setzt einen Fuß in die Tür des neoliberalen Unibetriebs. Damit sich das endlich und dauerhaft ändert, fordern wir, dass das Präsidium der Goethe Universität unsere studentische Beschäftigung endlich als das anerkennt, was sie ist: Arbeit, die die Struktur von Forschung und Lehre an der Goethe Universität am Leben erhält und daher im Rahmen eines Tarifvertrages geregelt werden muss!

Wenn ihr selbst studentische Beschäftigte seid oder mit uns solidarisch seid, kommt mit Kolleg*innen und Freund*innen zu unserer nächsten Veranstaltung: am 27. Oktober zur Vollversammlung der Hilfskräfte und Studierenden auf dem Campus Bockenheim.

Lasst das Präsidium wissen, was der Unterschied zwischen Selbstverpflichtung und Tarifvertrag ist!

Gute Arbeitsbedingungen für alle – keine Ausnahme für Hilfskräfte!

Machen wir das Wintersemester zum Streiksemester!

Eure Hilfskräfte und Studierenden im unter_bau