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Vorlesung „Philosophische Kritik der Demokratie im Ausnahmezustand“

Prof. Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann, Univ. München

14. April bis 14. Juli

mittwochs 20:15 Uhr bis 21:45 Uhr auf Youtube und Zoom

Die Vorlesung schließt an die Vorlesung im Sommersemester an: Philosophische Kritik der Corona-Politik. Je nach aktueller Situation wird die Corona-Politik und die Medizinisierung der Gesellschaft in den Vordergrund treten. Grundsätzlich geht es um die durch den Ausnahmezustand aufgehobene Demokratie, deren Zukunft dadurch auch in Frage steht. Aber nicht erst die Corona-Politik gefährdet die Demokratie. Seit ihren Anfängen beteiligt sie keineswegs eine möglichst große Zahl von Menschen, sondern schließt diese elitär von der Politik aus. Demokratie achtet nicht notwendig die Menschenrechte oder die Rechte von Minderheiten. Vielmehr führt sie sich als Mehrheitsdiktatur auf, die den Ausnahmezustand befördert. Einerseits dient sie Kapitalinteressen, die mit der Medizinisierung verwoben sind, die ihrerseits durch die Technologisierung und Informatisierung beschleunigt wird – begleitet von Medien, die an diesen Prozessen höchstens noch eine sehr verhaltene Kritik üben, genauso wie der demokratische Konsens kaum noch darauf Rücksicht nimmt, dass die Menschen eigentlich als mündig behandelt werden müssen. Emanzipationsprozesse geraten auf diese Weise ebenfalls  ins Stocken, wie liberale Vorstellungen der Demokratie verdrängt werden. Überlebt die Demokratie die Corona-Politik oder kann man nur noch auf einen demokratischen Neuanfang hoffen, der angesichts von Informatisierung, Medizinisierung und Ökonomisierung kaum in Sicht ist. Die entsprechenden Links und das vollständige Programm finden sich auf harp.tf.